Havaneser: Charakter

Auch Hunde sind Persönlichkeiten – mit ihren eigenen Vorlieben, eigenen Gewohnheiten und eigenen Macken. Deswegen kann man auch nur schwer von dem Charakter des Havanesen sprechen, da jeder kleine Kubaner seinen eigenen Kopf hat. Natürlich gibt es aber auch Charakterzüge, die typisch für den Havaneser sind, und die weisen ihn als ausgesprochenen Familienhund und liebevollen Begleiter aus.

Die meisten Havaneser sind ist sehr anhänglich und seiner Familie treu ergeben
Die meisten Havaneser sind ist sehr anhänglich und ihrer Familie treu ergeben

Lebensfreude und Loyalität

Der kleine Wuschel mit dem seidigen Fell ist die Hund gewordene Lebensfreude, die sich in jedem Blick und jeder Bewegung äußert. Gerade mal von der Größe einer Katze verkörpert der Havaneser eine Quirligkeit, wie sie nicht alle Hunde an den Tag legen. Wenn er nicht gerade müde oder traurig ist, sprüht er nur so vor guter Laune, mit der er sein ganzes Umfeld beglückt – sofern dieses das zulässt. Und das tut es in den allermeisten Fällen, denn mit seiner großen Lebenslust steckt der Havaneser alle an. Selbst Hundeliebhaber, die mit von ihnen etwas belächelten “Schoßhunden” vermeintlich nichts anfangen können, erliegen schnell seinem unwiderstehlichen Charme. Und sogar Menschen, die generell Hunde nicht so schätzen, beginnen nach anfänglicher Skepsis, den Havaneser immer mehr ins Herz zu schließen.

Hund gewordene Lebensfreude

Wie der Havaneser das macht? Einfach, indem er allen unbefangen gegenübertritt und sich auch Fremden gegenüber – eventuell nach einem anfänglichen Gebell – so verhält, als könnte der binnen kürzester Zeit zu seinem Lieblingsmenschen werden. In Wirklichkeit geht das natürlich nicht so schnell und wird vermutlich gar nicht passieren, wenn der Havaneser schon eine feste Bezugsperson hat, der seine gesamte Loyalität gehört. Aber allein das Gefühl, dass der kleine Wirbelwind vermittelt, gibt jedem das Gefühl, von ihm ernstgenommen und angenommen zu werden. Und das tut einfach unglaublich gut, auch wenn manche menschlichen Zeitgenossen das nicht so wahrhaben wollen. Letztlich werden auch die größten Skeptiker im Umgang mit dem Havaneser klein beigeben und sich vollkommen auf dessen lebensbejahendes Gemüt einlassen.

Der Havaneser und seine Familie

Ursprünglich als Begleit- und Gesellschaftshund gezüchtet, macht der Havaneser seiner ihm zugedachten Aufgabe alle Ehre. Er ist sehr anhänglich und seiner Familie treu ergeben. Deshalb will er auch immer in ihrer Nähe sein, am allerliebsten in der seiner Hauptbezugsperson, wobei er wirklich jedes einzelne Familienmitglied abgöttisch liebt. Schlecht umgehen kann er daher im Normalfall mit dem Alleinsein. Aber wie bereits erwähnt, ist jeder Havaneser ein Individuum und geht etwas anders mit dieser ungeliebten Situation um.

Während mancher, vor allem wenn er schon etwas älter ist, ganz gerne mal ein paar Minuten allein in Haus oder Wohnung verbringt und die Zeit für ein ausgedehntes Nickerchen nutzt, schätzen andere es bereits gar nicht, wenn sie nur ein paar Minuten allein in einem Raum in einer ansonsten bevölkerten Wohnung bleiben sollen. Die besonders anhänglichen Exemplare laufen ihren Hauptbezugspersonen oder wer sonst eben greifbar ist immer hinterher. Das kann natürlich auf Dauer etwas lästig oder zumindest unpraktisch werden.

Zum Glück ist der Havaneser recht schlau und gelehrig. Deswegen kann man ihm durchaus beibringen, dass ein Hund, der ein paar Minuten ohne menschlichen Beistand in einem Raum verbringt, noch lange kein verlassener Hund ist. Wenn man ihn von klein auf daran gewöhnt, klappt das auch. Selbst etwas ältere Hunde können dies noch lernen, wenn auch miunter mit schwerem Herzen. Vor die Wahl gestellt würden sich die Havaneser immer für die Gesellschaft und nie für ein paar ruhige Minuten allein entscheiden.

Havaneser sind gerne in Gesellschaft und wollen daher auch immer am liebsten mitgenommen werden
Havaneser sind gerne in Gesellschaft und wollen daher auch immer am liebsten mitgenommen werden

Der Havaneser ist dankbar für die Anwesenheit seiner Menschen, die ihm schon Unterhaltung genug ist. Er braucht deswegen nicht unbedingt bespaßt zu werden. Gerne sitzt er einfach nur kurz daneben auf dem Sofa oder schmust ausgiebig mit seinen Besitzern. Aufmerksamkeit möchte er aber natürlich schon bekommen und die fordert er mitunter auch lautstark ein – allerdings selten auf übertriebene Art und Weise. Falls doch, kann man ihm dies mit liebevoller Konsequenz wieder abgewöhnen. Vor allem, wenn man mit ihm herumtollt, denn für ein schönes Spiel ist der Havaneser immer zu haben. Darauf lässt er sich meist dann noch ein, wenn er eigentlich schon müde ist.

Genauso begeistert zeigt sich der Havaneser im Normalfall, wenn Besuch auftaucht. Beim Klingeln wird er vermutlich durch Bellen demonstrieren, dass er auch Wachhundqualitäten besitzt, danach werden aber die Neugier auf die Gäste und die Freude über deren Besuch überwiegen. Bekannte wird er sofort herzlich begrüßen, Menschen, auf die er das erste Mal trifft, aufgeschlossen in Augenschein nehmen. Zumindest im Regelfall. Nachdem nicht jeder Havanese gleich gestrickt ist, gibt es auch einige, die auf Besuch nicht so scharf sind, und schon gar nicht, wenn sie die Gäste noch überhaupt nicht kennen. Aber die meisten Havaneser zeigen sich erfreut über weitere Menschen, von denen sie höchstwahrscheinlich große Aufmerksamkeit bekommen – und die ist ihnen zweifellos sehr wichtig.

Dein Havaneser hat einen anderen Charakter? Dann hinterlasse uns doch deine Erfahrungen als Kommentar!

Der Havaneser im Umgang mit Kindern

Besonders viel Aufmerksamkeit bekommen kleine Hunde naturgemäß von Kindern, die sich in aller Regel darum reißen, mit ihnen zu spielen. Soviel Begeisterung schmeichelt einem Havaneser selbstverständlich und er ist nur zu gerne bereit, sich in diesem Glanz zu sonnen. Außerdem ist er ja sehr verspielt und weiß ganz genau, dass er in diesem Punkt bei Kindern voll auf seine Kosten kommt.In dem folgenden Video kann man das recht gut beobachten …

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https://youtu.be/pp5u5FZPgVI

Doch dabei ist natürlich etwas Vorsicht geboten. Kleine Kinder sollten nur an der Hand eines Erwachsenen oder verantwortungsbewussten Teenagers mit dem Havaneser Kontakt aufnehmen. Denn dieser ist sehr zart gebaut und kann nur schlecht mit den mitunter reichlich grobmotorischen Streicheleinheiten und unbeholfenen Annäherungsversuchen von Kleinkindern umgehen. Da kann es schon einmal passieren, dass der Havaneser in seiner Bedrängnis zuschnappt. Das meint er nicht böse (was auch nicht seinem Charakter entsprechen würde), aber ein solider Grundstein für eine ungetrübte Freundschaft ist das auch nicht.

Auch größere Kinder sollte man vor dem Erstkontakt mit einem Havaneser genau instruieren. Sie sollen sich erst einmal gegenseitig – im Falle des Hundes im wahrsten Sinne – beschnuppern und sich mit ein paar Streicheleinheiten einander etwas vertrauter machen. Danach wird ein besonders quirliger Havaneser bestimmt gleich zum Spiel auffordern. Das ist meistens der Auftakt einer stundenlangen Beschäftigung aus Herumtollen und Kunststückchen ausprobieren, von der beide Seiten nicht genug bekommen können und die deswegen erst ein Ende findet, wenn ein Erziehungberechtigter (der Kinder oder des Hundes, manchmal auch beide) ein Machtwort spricht.

Mindestens ein Erwachsener sollte ohnehin das Ganze ständig beobachten. Denn erstens kann solch ein kleiner Havaneser (oder auch das Kind) auch nach einer gewissen Zeit erschöpft sein und eine Pause benötigen. Und zweitens erkennt ein Havaneser Kinder, die seine bevorzugten Spielkameraden sind, nicht als Rudelsführer an, sondern betrachtet sie als Seinesgleichen.

Das hat zur Folge, dass der Hund zwar jedes Spiel begeistert aufnimmt, aber auf keine Befehle seiner Spielkameraden hört. Außerdem müssen die verantwortlichen Personen darauf achten, dass jeder auch im Spiel den anderen respektiert und dass ein Hund, der sich erkennbar zurückziehen will, in Ruhe gelassen werden muss. Handelt es sich nicht um Besucher-Kinder, sondern um den Nachwuchs, der in der Familie lebt, gewöhnen sich alle sehr schnell aneinander. Größere und verantwortungsvolle Kinder können so durchaus auch alleine mit dem Havaneser herumtollen.

Havaneser-Hunde kommen in der Regel hervorragend mit Kindern zurecht
Havaneser-Hunde kommen in der Regel hervorragend mit Kindern zurecht

Der Havaneser im Umgang mit (älteren) Erwachsenen

Obwohl ein Havaneser stets die gesamte Familie in sein Herz schließt, hat er eine Hauptbezugsperson, der er besonders zugetan ist. Dieser bringt er wie allen erwachsenen Familienmitgliedern großen Gehorsam entgegen, denn in erster Line will er seinen Besitzern gefallen und tut deswegen nahezu alles, von dem er glaubt, dass es ihnen Freude bereiten könnte. Dazu gehört selbstredend auch, dass er Befehle umgehend ausführt.

Fühlt sich der Havaneser jedoch zu streng behandelt oder empfindet er die tadelnde Stimme als zu laut, kann sich seine Gefügigkeit auch mitunter in Sturheit verwandeln. Dann macht er einfach nicht, was ihm gerade aufgetragen wurde – über diese der Charaktereigenschaft sollte man sich bewusst sein. Damit lässt er sich nicht nur erziehen, sondern erzieht im Gegenzug auch seinen Menschen zum nötigen Respekt im Umgang mit ihm. Natürlich gibt es auch Havaneser, die von Haus auf bedingt durch ihre Persönlichkeit etwas renitenter veranlagt sind. Doch auch mit ihnen lässt sich unter Berücksichtigung ihrer Eigenarten einvernehmlich leben.

Gerade gegenüber seiner Hauptbezugsperson (meistens das Familienmitglied, mit dem er die meiste Zeit verbringt) verhält sich der Havaneser besonders loyal.

Demzufolge leidet er auch am meisten, wenn gerade diese Person nicht anwesend ist. Besonders schlimm gestaltet sich die Situation, wenn nicht nur der Lieblingsmensch weggeht, sondern der Hund dazu noch ganz allein ist. Da ein Havaneser aber im Normalfall auch besonders anpassungsfähig ist, lässt er sich nahezu überallhin mitnehmen.

Er legt im Restaurant ebenso wie auf Einkaufstour immer ein tadelloses Benehmen an den Tag. Besonders ausgeglichene Havaneser können sogar einen Tag im Büro verbringen, ohne den Arbeitsablauf zu stören. Vorausgesetzt, er wird von den Kollegen nicht zu sehr angehimmelt … Strömt ihm allzuviel Begeisterung entgegen, kann er der Versuchung nicht widerstehen, sich ausgiebig kraulen oder streicheln zu lassen. Das funktioniert auch unter anderem deswegen so prächtig, weil der Havaneser zwar liebend gerne herumtollt, aber nicht zu jeder Stunde des Tages Bewegung und Animation benötigt.

Havaneser-Hund auf dem Sofa
Havaneser-Hunde haben einen sanften Charakter – man kann die meisten Exemplare dieser Gattung auch gut in der Wohnung halten

Deshalb ist der Havaneser auch der ideale Begleiter und Gesellschafter für ältere Menschen, die sich unter Umständen körperlich nicht mehr so verausgaben können. Ein ausgedehnter Spaziergang pro Tag muss aber mindestens sein, aber der tut auch Senioren unwahrscheinlich gut, vor allem, wenn er wirklich bei jedem Wind und Wetter durchgezogen wird. Bekommt der Havaneser dadurch genügend Bewegung, wird er auch nicht unbedingt darauf bestehen, groß bespielt zu werden. Er kann sich dann durchaus einen Teil seiner Zeit auf dem Sofa neben seinem Lieblingsmenschen oder im eigenen Spiel vertreiben. Kraulen und streicheln kann in dieser ruhigen Phase natürlich nicht schaden. Der Havaneser wird auf jedes Kuschelangebot dankbar eingehen.

Das liebt er nämlich und bringt ihm die erhoffte Aufmerksamkeit entgegen, die ein Havaneser fast so dringend benötigt wie die Luft zum Atmen. Fühlt er sich in irgendeiner Weise zu kurz gekommen – ob berechtigt oder unberechtigt – sieht er beim ersten Mal eventuell noch darüber hinweg (vorausgesetzt, es handelt sich um einen besonders toleranten Vertreter seiner Rasse), aber spätestens im Wiederholungsfall einer menschlichen Nicht-Beachtung wird selbst der sanftmütigste Havaneser durch Bellen lautstark darauf hinweisen, welch ungerechtem und für ihn vollkommen unverständlichem Missstand er sich ausgesetzt sieht. In diesem Fall hilft nur noch die ungeteilte Aufmerksamkeit des Übeltäters, gerne auch in Kombination mit Kuscheleinheiten zur Wiedergutmachung. Und das Rumschmusen tut ja auch Menschen gut, die sich sonst manchmal ein bisschen einsam fühlen.

Beschäftigung für den Havaneser

Wie bereits erwähnt, muss der Havaneser nicht rund um die Uhr bespaßt werden oder Leistungsrennen veranstalten. Aber gefordert möchte er eben doch sein. Wenn das nicht der Fall ist, kann er darauf ähnlich reagieren wie auf zu wenig Aufmerksamkeit. Nämlich mit deutlich vernehmbaren Bellen, das sich steigern und je nach Empörungsgrad recht lange ausdehnen kann. Um diesen Unmut zu vermeiden, ist es ratsam, die empfohlenen ausgedehnten Spaziergänge zu machen, die der Gesundheit von Mensch und Herrchen bzw. Frauchen gut tun. Das am besten nach Möglichkeit immer zur selben Tageszeit, damit der Havaneser das Gassigehen als festen Bestandteil des Tagesablaufs wahrnimmt. Eine gewisse Regelmäßigkeit ist wichtig, denn alle Hunde können leicht nervös werden, wenn sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Außerdem gibt es dadurch Gelegenheit zur Vorfreude, und die lebt vor allem ein Havaneser in vollen Zügen aus.

Havaneser rennt auf einer Wiese
Auch wenn Havaneser-Hunde klein und zierlich wirken, so brauchen sie doch dringend ihren täglichen Auslauf

Neben ausreichender Bewegung durch Spaziergänge, sollte der Havaneser unbedingt auch viel Gelegenheit zum Spielen bekommen. Das kann ein kleines improvisiertes Spiel mit der Hauptbezugsperson oder einem anderen Familienmitglied sein oder eine eigene Beschäftigung mit dem Lieblingsspielzeug. Manche Havaneser, vor allem die jüngeren, haben auch so genügend Einfälle, was sich spielen lässt, und kommen jeden Tag auf neue Ideen. Wenn Kinder im Haus sind, brauchen sich die Erwachsenen kaum noch Gedanken über die Beschäftigung ihres Vierbeiners zu machen. Kinder und Havaneser können gefühlt stundenlang miteinander herumtoben und ergänzen sich in ihrem Einfallsreichtm, was neue Spiele angeht. Oft fragt man sich, wer da wen zum Unfug machen verleitet.

Dabei fallen Kindern auch jede Menge Kunststücke ein, die sie dem Hund beibringen können. Da der Havaneser sehr gelehrig und gerne zu gefallen ist, lernt er sehr schnell, etwas Vorgemachtes zu imitieren. Nicht umsonst ist so mancher begabte Zirkushund ein Havaneser. Die Freude der Kinder darüber, dass sie es geschafft haben, dem Hund innerhalb so kurzer Zeit etwas beigebracht zu haben, animiert den Havaneser, das folgende Kunststück noch schneller zu lernen, was wiederum die Kinder so begeistert, dass ihre Phantasie in Hinblick auf neue Ideen beflügelt wird. So steigern sich Kinder und Hund immer weiter hinein, dass manchmal nur ein besonnener Erwachsener die allgemeine Begeisterungsspirale stoppen kann.

Mit der gleichen Hingabe wie beim Kunststücke ausführen widmen sich die Havaneser auch neuen Sportarten. Wer Spaß daran hat, sich mit seinem Hund gemeinsam über Spaziergänge hinaus zu bewegen, sollte eine Hundesportart in Erwägung ziehen. Für den begeisterungsfähigen und geselligen Havaneser kommen insbesondere Agility und Dog Dance in Frage.

Sportlicher Charakter

Bei der aus England stammenden Hundesportart Agility muss der Hund einen Parcours mit bis zu 20 Hindernissen in einer vorgegebenen Zeit und Reihenfolge bewältigen. Der Hund läuft dabei frei ohne Leine, wird aber von seinem Besitzer während des gesamten Parcours begleitet und mündlich sowie mit Handzeichen angeleitet. Auch wenn es hier große Wettbewerbe gibt, auf denen Preise zu gewinnen sind, sollte man versuchen, den eigenen Ehrgeiz ob des begabten Hundes im Zaum zu halten. Denn beim Agility steht der Spaß am Sport im Vordergrund. Hund und Besitzer sollen Freude beim gemeinsamen Sport erleben. Die Ergenbisse spielen eine Nebenrolle. Trotz lässiger Herangehensweise an diese Sportart kann es zu Verletzungen, insbesondere bei den Sprüngen, kommen. Tierärzte sind deshalb vor Ort, um im Notfall gleich eingreifen zu können.

Als Voraussetzung für die Teilnahme an Turnieren legt die VDH-Prüfungsordnung die bestandene Begleithundeprüfung und den Nachweis der Tollwutimpfung fest. Der Hundeführer muss zudem Mitglied in einem Verein sein, der unter dem Dach des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) organisiert ist, und über eine Hafpflichtversicherung verfügen.

Noch spielerischer präsentiert sich, wie der Name schon andeutet, das Dogdancing, das ursprünglich aus den USA kommt. Doch, was auf der Bühne so locker aussieht, ist mit harter Arbeit verbunden. Damit ein Tanz von Hund und Besitzer auch schön anzusehen ist, wird zunächst eine gut durchdachte Choreografie benötigt. Dann ist sehr langes Training für Hund und Mensch erforderlich. Der Hund braucht eine rasche Auffassungsgabe und muss sehr gehorsam sein. Natürlich lässt sich das alles auch nur zum Spaß ausprobieren, wer aber seinen Ehrgeiz daran setzt, auf einem Turnier Bella Figura zu machen, muss nicht nur den Hund, sondern auch sich selbst trainieren.

Bei einem Wettkampf wird ein selbst choreografierter und einstudierter Tanz zu einem ausgewählten Musikstück präsentiert. Gängige Figuren, die die Hunde während des Tanzes ausfühen, sind beispielsweise: Drehungen, Rückwärtslaufen, Pirouetten, Polonaisen, Sprünge, durch die Beine des Besitzers laufen. Der Besitzer darf nur mündliche Ansagen machen und kleine Handzeichen geben. Besonders anspruchsvoll sind Choreografien, bei denen Mensch und Hund nicht nur eng, sondern bei einzelnen Figuren auch auf Distanz synchron zueinander tanzen. Wer Ambitionen auf den Sieg hat, sollte solche Figuren einbauen. Die Jury jedenfalls würdigt besonders schwierige und ausgefallene Parts.

Die meisten Havaneser haben an dieser Sportart viel Spaß und freuen sich über gelungene Auftritte. Außerdem wird auf diese Weise die Bindung zwischen Hund und Frauchen bzw. Herrchen ganz besonders gefestigt.

Der Havaneser im Umgang mit anderen (Haus-)Tieren

Das freundliche Wesen und der unkomplizierte Charakter des Havanesers erstreckt sich nicht nur auf Menschen, sondern in der Regel auch auf andere Tiere. Das gilt sowohl für Tiere (meistens Hunde), die er auf der Straße trifft, als auch für Tiere, die mit ihm im selben Haushalt leben. Zumindest versteht er sich mit Wohngenossen, die mit ihm zusammen aufgewachsen sind oder quasi irgendwie schon immer da sind.

Schwieriger wird es, wenn ein neues Tier in den Haushalt einzieht. Wenn bereits mehrere Tiere im Haus leben, wird der Neuzugang meist noch gleichmütiger aufgenommen. Vor allem, wenn es sich um einen Kanarienvogel oder einen Nager handelt. Kritischer wir da schon ein anderer Hund beäugt – oder eine Katze. Mit Stubentigern versteht sich der Havaneser im Normalfall gut, aber konfliktärmer gestaltet sich das Zusammenleben, wenn die Katze zuerst da war, was jedoch weniger dem Empfinden des Hundes als dem der Katze geschuldet ist. Kommt allerdings die Katze neu hinzu, kann es schon eine Weile dauern, bis wirklich häuslicher Friede einkehrt. Die Verhaltensweisen sind so unterschiedlich, dass sich beide erst aneinander gewöhnen müssen.

Der schlimmste anzunehmende Fall für den Havaneser (und jeden anderen Hund vermutlich auch) ist es jedoch, wenn ein weiterer Hund einzieht. Besonders gravierend empfindet der Havaneser den Neuzugang, wenn er selbst vorher der einzige Hund oder gar das einzige Haustier der Familie war. Plötzlich müssen sämtliche Privilegien geteilt werden, gilt die Aufmerksamkeit des Besitzers oder der Familie nicht nur ihm selbst, sondern auch dem Neuen, der sich überall breitmacht und den Willkommensbonus genießt. Auch Streichel- und Kuscheleinheiten gibt es jetzt weniger, da der andere Hund auch seinen Anteil abbekommt. Und beim Futter könnte es ja sein, dass der Eindringling etwas Besseres bekommt. In solch einer Situation ist selbst der gutmütigste Vierbeiner nicht davor gefeit, ab und an zumindest einen kleinen Eifersuchtsanfall zu erleiden.

Auch das ist in der Regel kein Problem: Havenser und die meisten Katzen passen charakterlich gut zusammen - vorausgesetzt, man lässt beiden Zeit zur Eingewöhnung
Auch das ist in der Regel kein Problem: Havaneser und die meisten Katzen passen charakterlich gut zusammen – vorausgesetzt, man lässt beiden Zeit zur Eingewöhnung

Wer seinem kleinen Havaneser das ersparen möchte, macht die Hunde nach Möglichkeit schon miteinander bekannt, bevor der Neue einzieht. Haben sie bereits, im Idealfall mehrere Male, miteinander gespielt, gestaltet sich die Änderung im Regelfall wesentlich geschmeidiger. Aber auch sonst wird sich der Havaneser mit Hilfe und viel Geduld seitens der Tierbesitzer irgendwann mit der neuen Situation arrangieren und gut mit seinem neuen Kumpan auskommen. Für dauerhafte Konfrontation ist er einfach zu freundlich.

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